Schritt für Schritt und Pausen
Ich habe jetzt seit einiger Zeit keinen Eintrag mehr geschrieben, was nicht daran liegt, dass ich keine Ideen habe - ganz im Gegenteil: Ich habe 100 Ideen und weiß nicht wie ich sie in ein großes Ganzes zusammenfügen kann und fühle mich davon total überfordert. Ich finde irgendwie keinen Anfang und kein Ende und daher fällt es mir schwer zu beginnen.Was also tun um eine Richtung zu bekommen, weiter zu machen? Kreativ zu werden? Am Ball zu bleiben, motiviert zu bleiben etc.?
Was ich in Punkto Blogeinträgen fühlte und die Problematik, die sich mir hier stellte, machte mir Sorge weil ich das Gefühl aus anderen Bereichen meines Lebens ebenso gut kannte. Der Blog war irgendwie nur Indikator für mich. Ich bemerkte durch das schleppende Vorankommen hier auch die Bremspunkte, Haken und Stopschilder in andere Lebenspunkten und meine Unzufriedenheit wuchs.
Die Suche nach einer Lösung
Die letzten Tage habe ich dann etwas getan, was ich mir die letzten Monate nicht wirklich erlaubt habe: PAUSE. Wenn es mir zu viel wurde und ich mit dem selbst auferlegten Druck "jetzt musst du aber wirklich XYYZ tun" nicht mehr weiter gekommen bin habe ich den Rechner zugeklappt, mich auf den Boden gelegt und Löcher in die Luft gestarrt.
Erst war ich nervös, dann wurde ich böse auf mich und richtig ungeduldig, dann wurde ich wütend und richtig ärgerlich - WIE KANNST DU DIR DAS ERLAUBEN? Ich steht wieder auf, versuche etwas "sinnvolles" zu tun und bemerke dass ich nervös und wütend bleibe und ich weiß gar nicht woher das kommt. MIST, denke ich und lege mich wieder hin.
Ich überlege mir wie ich produktiver werden könnte, wie ich schneller arbeiten kann, Marketingstrategien, Ideen und vieles mehr. Dann springe ich auf und arbeite weiter
"Das wird ja doch nichts"
Plötzlich ist alles ganz furtchbar: Die Frösche im Gartenteich der Nachbarn, die zwitschernden Vögel, die Nachbarskinder die quietschend vor Glück und Freude auf dem Trampolin auf und ab dopsten ... ich würde am liebsten SCHREIEN ist mein Impuls. "Dann tue's doch" höre ich plötzlich meine innere Stimme sagen und dann beginnt mein Innerer Dialog.
Warum tust du es nicht einfach?
Was soll mir Schreien bringe?
Keine Ahnung, aber du hast die Chance es zu erfahren, wenn du es tust und was passiert schon wenn du es machst? Wenn es nichts bringt kannst du dich ja wieder hinlegen und weiter die Frösche hassen.
Ich stehe also auf und .... nichts.
ÄÄÄÄÄÄÄhmm wie fange ich soetwas an? Einfach los? Ich mach' erst mal Musik an.
Gut ... Musik läuft, ich singe mit, laut, dann lauter, ich drehe die Musik, die aus den Boxen scheppert jetzt auch etwas lauter und beginne zu hüpfen, weil ich mich gerade danach fühle. Gleich geht's los! Gerade als ich beginnen möchte zu Schreien kommt etwas anderes >>>Tränen!
Ich "singe" weiter ... die Worte machen keinen Sinn, mit Musik hat das schon lange nichts mehr zu tun, aber es fühlt sich gut an. Ich Schluchze, Weine, drehe mich dabei, bewege meine Arme und atme nach einigen gefühlten Minuten dieses Spektakels dann einmal kräftig durch, was meine Tränen unterbricht.
PAUSE.
Ich mache die Musik aus. Die Uhr zeigt statt der gefühlten Minute eine vergangene Stunde.
Die Kinder sind ruhig, die Frösche höre ich nicht mehr, die Vögel zwitschern noch immer aber wen stört das? Ich hab mich wieder hingelegt, denn ich bin erschöpft. Einige Minuten liege ich noch da und atme ein und aus und starre wieder Löcher in die Gegend, jetzt bin ich allerdings ganz ruhig.
Dann klingelt mein Telefon und unerwartet meldet sich eine mir bekannte Stimme am anderen Ende - "hör mal, ich muss dir etwas erzählen ... " nach eingen Minuten habe ich plötzlich wieder einen Plan für die nächsten Wochen und meine To Do Liste für den Tag arbeite ich anschließend auch noch so nebenbei ab ... bemerkenswert. Hätte ich mir diese Stunde Pause mit mir doch schon vor einer Woche gegönnt....